Beschreibung |
|

Josef Wicken- häuser aus Massen-bachhausen.

Arbeit auf einem Friedhof bei Xanten
137.

Jesus am Ölberg - dieses Grabmal
schuf Josef Wicken- häuser seinen Eltern.
|
Katholische Christen, nicht nur in Massenbachhausen, verehren ihn.
Evangelischen Mitbürgern ist sein Name gut geläufig: Firminus.
Der spätere Franziskanerbruder wurde in Massenbachhausen als
Josef Wickenhäuser geboren. Am 19. Januar 1876 kam er als jüngstes
und zehntes Kind von Johann Adam und Elisabeth Wickenhäuser
in der ehemaligen Synagoge und Judenschule in der Gartenstraße
3 zur Welt. Sechs Geschwister waren vor seiner Geburt gestorben;
drei erwachsene Halbschwestern aus der ersten Ehe seines Vaters
wanderten 1865 nach Amerika aus.
Josef Wickenhäuser wurde Messdiener. 1891 starb der Vater
beim Schlachten eines Schafes; Josef musste für sich und seine
Mutter das Geld verdienen. Er verdingte sich als Steinklopfer und
absolvierte beim Kirchardter Steinmetz Franz Pisot eine Lehre. 1899
absolviert er die Gesellenprüfung in Stuttgart mit Belobigung
und Auszeichnung. Nach dem Militärdienst beginnen 1903 die
Wanderjahre, die ihn durch ganz Deutschland führen. Aus dem
ehemaligen Steinklopfer war ein gefragter Künstler geworden.
1905 starb die Mutter und Josef Wickenhäuser entschloss sich,
bei den Franziskanern im Kloster Harreveld in Holland eine neue
Gemeinschaft zu suchen. Dort wurde er am 2. September 1906 als Bruder
Firminus in den Orden aufgenommen. 1908 folgte der erste
Aufenthalt im Kloster Düsseldorf. Als Novize lebte er 1911
im Franziskanerkloster Dorsten. Novizenmeister Anselmus Alterauge
urteilte: Er fasst das Ordensleben ideal auf. Er zeigt in
seinem ganzen Verhalten den sicheren Ordensberuf.
1914 wurde Firminus als Sanitäter an die Front befohlen.
Als Bildhauer wird er rasch bekannt und arbeitete Portraits von
Fürsten, Exzellenzen und sogar von Kaiser Wilhelm II. 1919
kehrte er ins Kloster zurück und wurde auf das Ordensleben
bis zum Tode feierlich verpflichtet. Der Mitbruder war ein Segen
für die ganze Gemeinschaft. An der St. Appolinariskirche in
Remagen, im Bonner Kloster Kreuzberg und in Klöstern der sächsischen
Ordensprovinz leistete er ungeheure Restaurierungsarbeiten. Firminus
arbeitete auch an der Madonna für Mönchengladbach und
der Immaculata, ein Geschenk für Kardinal Karl Josef Schulte.
Alle seine Arbeiten schuf er in tiefer Gottverbundenheit. Er betete
bei der Arbeit. Pater Raymund Dreiling beschrieb den Künstler:
Nur aus der Gottverbundenheit und dem Gebetsgeist des Bruders
Firminus versteht man auch sein künstlerisches Schaffen. Wovon
das Herz so übervoll war wie bei dem Brüderle, davon mussten
nicht nur der Mund, sondern auch Hammer und Meißel überströmen.
Im Marienhospital zu Düsseldorf starb Bruder Firminus in
großer Vollkommenheit am 30. September 1939. Überall
sprach man vom Herrgottsbrüderle von Düsseldorf. Seitdem
pilgern täglich Menschen zu seinem Grab, verehren ihn als Fürsprecher
und beten zu ihm. Unzählige Wallfahrten haben auch die Massenbachhausener
zum Grab ihres gläubigen Mitbürgers unternommen.
Noch im Jahr des Todes von Bruder Firminus leitete Josef Kardinal
Frings als Erzbischof von Köln den Seligsprechungsprozess ein.
Die Untersuchung Über die Heiligkeit wurde 1962
abgeschlossen. Die Akten waren nun in Rom, wo sie geprüft wurden.
Ende 1998 schließlich verlas der Papst das Dekret über
die Tugenden von Bruder Firminus: Es steht ohne Zweifel
fest, dass Bruder Friminius Wickenhäuser die theologischen
Tugenden Glaube, Hoffung, Liebe sowohl Gott als auch
dem Nächsten gegenüber sowie alle Kardinaltugenden
Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß auf heldenhafte
Weise ausgeübt hat. Damit hat die katholische Kirche
in ihrer höchsten Autorität das Leben von Bruder Firminus
als heiligenmäßig bestätigt.
|