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Autor: Stefanie Heil
Artikel vom 08.07.2019

Förderverein Denk-Mal

Förderverein Denk-Mal

Stolpersteinverlegung in Heilbronn für Bernhard Hochherr,
Zigarrenfabrikant aus Massenbachhausen und seine Tochter Grete

19 Nachfahren sind aus Südafrika, Kanada, USA, England, Niederlande, Italien und Deutschland angereist, um der Verlegung der Stolpersteine beizuwohnen.
Unser Mitglied Karl-Heinz Vetter, der auch das Ortsfamilienbuch geschrieben hat, erforschte die Geschichte der Familie Hochherr und es ist ihm gelungen mit ca. 45 Nachfahren Kontakt aufzunehmen.
Ein entsprechendes Rahmenprogramm wurde mit Unterstützung der Gemeinde, der Firma Müller-Reisen und dem  Förderverein DENK-MAL erstellt. Am Sonntag, den 30. Juni, wurden die Gräber der beiden Ehefrauen von Bernhard Hochherr auf dem jüdischen Friedhof in Heilbronn besucht. Weitere Stationen waren Wohnungen in der West Str. 45 und Frankfurter Str. 39. Danach fuhr die Gruppe, betreut von Karl-Heinz Vetter und Barbara Roth, nach Berwangen, dem Geburtsort von Bernhard Hochherr. Geführt durch Herrn Dr. Hartmann, Historiker und Gemeinderat in Kirchardt, besuchte die Gruppe den jüdischen Friedhof mit dem Grab der Eltern von Bernhard Hochherr, die ehemalige Synagoge, die jüdische Schule, das jüdische Schlachthaus und die Höhenstr. 1. Dort stand das Geburtshaus von Bernhard Hochherr. Es war das ehemalige Rentamt derer von Neipperg, später das Hochherrenhaus. 1974 musste das Haus einer Straßenverbreiterung weichen. Im Anschluss an die Besichtigung in Berwangen ging die Fahrt zu den beiden ehemaligen Zigarrenfabriken in Massenbachhausen und danach zu einem kleinen Empfang der Gemeinde und des Fördervereins DENK-MAL im Firminushaus.
Bürgermeisterstellvertreter Herr Udo Neuweiler begrüßte die Nachfahren im Namen von Herrn Bürgermeister Morast und vermittelte einen kleinen Eindruck vom heutigen Geschehen im Ort.
Die Gruppe war sehr erfreut, dass der Empfang in der ehemaligen Synagoge stattfand. Bei Kaffee und Kuchen war Zeit Erinnerungen und Anekdoten auszutauschen.

Am Montag, den 1. Juli 2019 war der Tag der Ehrung. Um 12.35 Uhr begann die Zeremonie mit der Verlegung der beiden Stolpersteine in der Frankfurter Str. 39 in Heilbronn, dem letzten frei gewählten Wohnort der Familie, durch den Künstler Gunter Demnig. Die Angehörigen verlasen anschließend die Biographien von Bernhard und Grete Hochherr, trugen Gedanken und Gebete vor und legten Blumen nieder.

 

Nach dem offiziellen Teil waren die Nachfahren der Familie Hochherr und einer Familie Hanauer, die ebenfalls bei der Verlegung von Stolpersteinen für ihre Nachfahren in Heilbronn anwesend waren von Oberbürgermeister Harry Mergel zu einem Empfang im Rathaus geladen. In seiner Ansprache berichtete er über die Zeit der Gewalt gegenüber jüdischen Mitbürgen, aber auch über die Scham, die nachfolgende Generationen bei dem Gedanken an die Zeit empfinden. Er schloss seine Ansprache mit dem Versprechen, dass die Stadt Heilbronn alles unternehmen werde, um eine Neuauflage vergangener Ereignisse zu verhindern.
Mit einem Glas Wasser, den hohen Temperaturen geschuldet, und ausführlichen Gesprächen der beiden Familien untereinander, endeten beeindruckende Tage.
Die einhellige Aussage der Nachfahren war:
Wir sind gerührt, dass so viele Menschen uns so freundlich aufgenommen haben und es uns ermöglicht haben  den Weg von Bernhard und Grete Hochherr nach zu vollziehen. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken.