Historische Infos: Gemeinde Massenbachhausen

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Massenbachhausen
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Kelten, Römer und Franzosen

Steinerne Zeitzeugen – Historische Auszüge aus dem Heimatbuch
Bearbeitet von Rolf Muth

Die Helme klapperten, die Schilder schepperten und die Caligae, das waren schlichte Marsch-Sandalen, klatschten auf die Steine: Legionäre zogen einst im Gleichschritt über eine Römerstraße durch das Gebiet, in dem heute die Gemeinde  Massenbachhausen zu finden ist. Bei der Flurbereinigung in den 70er Jahren wurden Tonscherben ausgegraben, ein Hinweis auf eine römische Wohnsiedlung. Ebenso wurden Fundamente eines ehemaligen römischen Gutsgebäudes beim Bau eines Aussiedlerhofes im Gewann Leuterstein gefunden. Bei der Flurneuordnung kamen auch andere steinerne Zeitzeugen ans Tageslicht: Nahe der Leutersteiner Höfe fanden die Bauarbeiter Spuren einer kleinen keltischen Siedlung aus dem vierten oder fünften Jahrhundert vor Christus.

Fazit: Nicht die Römer, sondern die Kelten waren es, die zuerst in unserem Raum siedelten.

Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 773
Im Lorscher Codex wird Massenbachhausen 773 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Demnach hatte das Kloster Lorsch Besitz in Massenbachhausen. Es gab darüber hinaus noch weiteren geistlichen Besitz und zwar vom Stift Odenheim bei Bruchsal und vom Ritterstift Wimpfen. 1037 werden die Grafen von Lauffen, die als Verwalter des Königsgutes und als Lehensträger der Bischöfe von Worms großen Besitz am mittleren und unteren Neckar hatten, das erste Mal erwähnt. Als weltliche Besitzer werden in einer Urkunde  aus dem Jahre 1304 die Herren von Magenheim und von Neipperg genannt. Urkundlich traten die Neippergs erstmals 1241 auf.

Wechselnde Besitzer und die Reformation – Massenbachhausen wird evangelisch

  • 1531 führte Ludwig von Neipperg in seinem Territorium die Reformation ein. Massenbachhausen wurde evangelisch. 1585 verkaufte Engelhard von Neipperg Massenbachhausen an den würzburgischen Rat und Amtmann zu Rotenfels Dietrich, Echter von Mespelbronn. Die Echter jedoch waren katholisch. So kam das Dorf von einer evangelischen, reichsunmittelbaren Ritterschaft wieder an eine katholische.
  • 1737 kaufte Graf Wilhelm Reinhard für 40.000 Gulden den alten Familienbesitz Massenbachhausen wieder zurück. Das Haus Neipperg war unter Wilhelm Reinhard wieder katholisch geworden. 1906 fielen die ehemals neippergischen Orte Klingenberg, Massenbachhausen, Neipperg und Schwaigern an das Königreich Württemberg.
  • 1911 gehörte Massenbachhausen zum Oberamt Brackenheim. 1938 wurden die Oberämter aufgelöst, und die Orte des ehemaligen Oberamtes gingen im Kreis Heilbronn auf.

Die jüdische Gemeinde
1498 verfügte das Herzogtum Württemberg den Ausschluss aller Juden aus Württemberg. Der Ritterkanton Kraichgau, zu dem auch Massenbachhausen gehörte, ignorierte dieses Verbot und nahm Juden in seinen Gemeinden auf. Der erste jüdische Name im Ort wurde 1684 erwähnt, der letzte 1926. Hundert Jahre zuvor richtete die jüdische Gemeinde Massenbachhausen in der Gartenstraße eine Synagoge ein. 1872 wurde sie verkauft und zu einem Wohnhaus umgebaut. 1876 kam darin Bruder Firminus Wickenhäuser zur Welt. 1854 wurde mit 54 jüdischen Einwohnern die größte Zahl an Juden erreicht. Nach der Gleichstellung der Juden in Württemberg im Jahr 1864 wanderten viele Juden ab. 1926 starb die letzte jüdische Einwohnerin der Gemeinde. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtete der aus Berwangen stammende jüdische Kaufmann Bernhard Hochherr in Massenbachhausen eine Zigarrenfabrik und schaffte damit viele Arbeitsplätze. 1942 wurde Hochherr von den Nazis nach Theresienstadt deportiert, wo er im August 1942 starb.

Der Bauernkrieg
Der Gedanke der Reformation verbreitete sich vor allem im Kraichgau. Zur gleichen Zeit fingen die Bauern an, ihren Unmut über Unterdrückung, Ausbeutung und Entrechtung zu äußern. Die Bauern wollten nicht mehr länger verschiedenen Herren, dem Kaiser, den Landes-, oft auch noch den Dorfherren und Kirchen oder Klöstern Teile ihrer Ernte abgeben. Im April 1525 flammte der Bauernkrieg in unserer Gegend auf. Die Bauern plünderten und brandschatzten. Schon im Mai 1525 war der Bauernkrieg in unserer Region beendet. Einer der sogenannten „Hauptaufwiegler im Kraichgau“, der Eppinger Pfarrer Eisenhut, wurde gefangengenommen und zum Tode verurteilt. Ob Bürger aus Massenbachhausen am Aufstand der Bauern beteiligt waren, ist nicht bekannt.

Der 30-jahrige Krieg von 1618 bis 1648
Zu den größten Katastrophen in der Deutschen Geschichte zählte der 30-jährige Krieg. Zehn Millionen Menschen fanden den Tod in einer Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Fürsten und den verfeindeten religiösen Parteien, Katholiken und Protestanten, die Leid, Not und Elend hinterließ. Nach der Niederlage des kaiserlichen Feldherrn Generalfeldmarschall Tilly gegen die vereinten Truppen von Mansfeld und Markgraf Georg Friedrich von Baden Durlach am 27. April 1622 bei Wiesloch zog sich Tilly durch das nördliche Leintal nach Wimpfen zurück. Die siegreichen Truppen wählten den Weg über Schwaigern, wo der Markgraf am 3. und 4. Mai sein Hauptquartier aufschlug. Sein Heer, das bis zu 20.000 Mann, 20 Geschütze und 1800 Rüstzeug- und Gepäckwagen gezählt haben soll, ließ er in der Stadt und den umliegenden Dörfern lagern. Schon mit dem Erscheinen der ersten Truppen begannen Not und Elend in unserer Heimat. Die Bevölkerung wurde zur Abgabe von Lebensmitteln, Pferden und Vieh sowie zum Soldatendienst gezwungen. 1628 verlagerte sich das Kriegsgeschehen erneut in unsere Gegend. Dieses Mal kamen die Söldner des kaiserlichen Feldherrn Wallenstein. Wieder lag das geschändete und ziemlich entvölkerte Leintal jedermann zum Raub offen. Die unglückliche Niederlage der Schweden am 6. September 1634 bei Nördlingen bereitete der schwedischen Macht in Südwestdeutschland ein rasches Ende. Die Reste des geschlagenen Heeres strömten das Rems- und Neckartal abwärts auf Heilbronn
zu. Abermals wurde die Region Heilbronn Kriegsschauplatz. Und was die Schweden übrigließen, wurde bald eine Beute der heranrückenden siegreichen kaiserlichen Heerscharen.

Hunger und Pest kommen übers Volk
Die Folge der zunehmenden Entvölkerung des offenen Landes war, dass im Frühjahr 1635 die Felder unbebaut blieben. Bald stellten sich wieder Teuerung und Hungersnot ein. Schließlich traten - wie im Jahr 1626 - Ruhr und Pest auf. Familien hungerten: Die Nahrungsmittel, die sie vor dem Hungertod retten sollten, bestanden zum Beispiel aus Baumrinde, Brennnesseln, Wurzeln und aus jungem Klee, den sie kochten. All dies  unbeschreibliche Elend nahm kein Ende, denn bald erschienen die Franzosen mit einem großen Heer. Die bayerische Armee beschloss, in östlicher Richtung abzuziehen und unsere Heimat zum zweiten Mal den Franzosen zu überlassen. Nach dem letzten von den vereinigten Franzosen und Schweden im Sommer 1648 unternommenen Angriff, bei dem sie auch Gemeinden der näheren Umgebung verwüsteten und einäscherten, fanden die kriegerischen Unternehmungen auf dem Boden unserer Heimat schließlich am 24. Oktober 1648 ihren traurigen Abschluss. Bei einem Abgleich der Namen, die in Zins- und Lagerbüchern aus der Zeit vor dem Krieg eingetragen waren, lässt sich unschwer erkennen, dass eine große Zahl der früheren Einwohner den schrecklichen Krieg überlebt und weiterhin in Massenbachhausen gelebt  hatte.

Die Franzosen fallen ein
Die Menschen begannen mit dem Wiederaufbau ihrer zerstörten Städte und Dörfer und der Rekultivierung der verwilderten Äcker und Weinberge. Doch bis 1688 hatte die Bevölkerungszahl, die zwischen 1620 und 1650 ganz allgemein um 50 bis 70 Prozent abgenommen hatte, immer noch nicht den Stand aus der Zeit um 1620 erreicht.  1688 lagen immer noch bis zu 20 Prozent der Äcker und Weinberge wüst und öd. Massenbachhausen hatte sich noch längst nicht von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges erholt, als 1688 der Pfälzer Krieg nach Erbansprüchen König Ludwigs XIV. von Frankreich auf die Pfalz ausbrach. Er brachte eine erste französische Invasion nach Süddeutschland. Sicher wurden auch in Massenbachhausen schlimmste Erinnerungen an den noch nicht einmal ein halbes Jahrhundert zurückliegenden Dreißigjährigen Krieg geweckt. 1689 nahm der Konflikt gar europäische Ausmaße an.

Die Revolution von 1848
Europa und damit Süddeutschland und auch unsere Gegend kamen nie so richtig zur Ruhe. Missernten in den Jahren 1846 und 1847 brachten wieder Notzeiten. Im Januar 1848 begannen Unruhen. Die napoleonische Zeit hatte dem Königreich Württemberg beträchtliche Gebietsgewinne gebracht. König Wilhelm 1. (1816-1864) wurde durch die Revolution 1848 gezwungen, Führer der liberalen Opposition in das Ministerium zu berufen und Verfassungsänderungen durchzuführen. Diese rasche Bildung des liberalen Ministeriums verhinderte in Württemberg größere revolutionäre Erhebungen. Die einsetzende Volkserhebung in unserem Land, ausgelöst durch den Sturz Louis Philipp, dem König des Besitzbürgerturns, am 24. Februar 1848 durch die Kleinbürger und Arbeiter von Paris, brachte auch Unruhe in unseren Ort. Eine sogenannte "Wühlerpartei" verdrängte damals den Gemeinderat durch Drohungen, ihn zur Abdankung zu zwingen. Die Hauptrolle spielte dabei ein erst zwei Jahre zuvor abgesetzter Feldschütz, der dann auch unter großem Hallo zum Schultheißen gewählt wurde.

Hungersnöte 1816/1851 und das Hageljahr 1897
Brachte das Machtstreben der Mächtigen den einfachen Leuten mal keine Not und Elend, so setzte die Natur den Menschen auch in Massenbachhausen zu. 1816 begann eine fürchterliche Hungersnot. Der Winter dehnte  sich bis in den Monat Mai hinein aus. Anfang März überschwemmte der Neckar das ganze Tal zwischen Heilbronn und Wimpfen. Darauf gefror der Fluss. Und mit jedem nur etwas heißen Tag im Frühsommer und Sommer gab es Unwetter mit  Hagel und Überschwemmungen, die die Felder verwüsteten. Diese Unwetter hielten bis Ende August an. Durch die verzögerte Ernte hatten viele Familien keine Frucht und somit auch kein Brot mehr. Die Nahrung wurde teurer. Die Kartoffelernte fiel durch die Überschwemmungen mager aus. Hafer, Weizen, Ackerbohnen waren von Schnee bedeckt, wie im Massenbachhausener Archiv zu lesen ist. Auch das neue Jahr brachte keine Besserung. Im Februar wurden im ganzen Königreich Wohltätigkeitsvereine gegründet, um den Armen zu helfen. Es blieb nass, kalt und stürmisch. Erst der Mai vertrieb die bittere Kälte. Doch die Hoffnung währte nicht lange: Am Ende des Wonnemonats gab es wieder sintflutartigen Regen. Die Not wuchs immer mehr an. Es gab Leute, die monatelang kein Brot gegessen hatten. Dieser Zustand währte bis zum Einholen der Ernte, die dann zum Glück im Sommer 1817 wieder gut ausfiel. Und wieder war es die schlechte Witterung, die die Bevölkerung 1851 bis 1854 in Not und Elend stürzte: Im Sommer 1897 wurde unsere Heimat von einem heftigen Hagelunwetter heimgesucht. Massenbachhausen wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Noch Jahre später hatte sich die Gemeinde mit Restschulden herumzuquälen, die durch die furchtbare Verwüstung entstanden waren.

Massenbachhausener wanderten aus
1840 begann eine große Auswanderungswelle, die sich bis 1855 hinzog. Es waren aber nicht allein die Hungersnöte, die so viele Leute bewog, die Heimat zu verlassen. Vielmehr gab es um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine Überbevölkerung im ländlichen Raum.  So sah sich mancher Bauernsohn, der weder auf dem Land noch in den umliegenden Städten einen Lebensunterhalt finden konnte, gezwungen, in die Fremde zu ziehen.  Schon die Französische Revolution 1789 und die durch kriegerische Ereignisse der Napoleonischen Zeit erzeugte Unruhe belebte die Auswanderungslust. Dazu kam der Anschluss an das Land Württemberg. Die Auflösung der alten Herrschaften, die neuen Gesetze und vor allem die Militärdienstpflicht wurden von der bäuerlichen Bevölkerung des Leintals kaum freudig aufgenommen. Als drastische Gegenmaßnahme erließ König Friedrich von Württemberg 1807 ein allgemeines Auswanderungsverbot. Im "Königlich Württembergischen Staats- und Regierungsblatt" tauchen Namen auch von Massenbachhausenern auf, die sich durch Flucht ins Ausland der Militärdienstpflicht entzogen hatten. Der Blick ins Archiv zeigt, dass 1817 Familien nach Ungarn auswanderten. 1819 und in den Jahren danach zog es einige nach Russland. Das Riesenreich war auf Einwanderung bedacht. Man brauchte zur Bewirtschaftung des weiträumigen Landes fleißige Arbeitskräfte, vor allem Weingärtner, Ackerbauern und Handwerker. Richtiggehende Auswanderungswellen gab es 1852 bis 1854.  Und überall in Deutschland erschienen Anzeigen von Auswanderungs-Agenturen, die für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten warben: Amerika. Doch der Traum endete für mache schon auf dem Dampfer. Viele Kleinkinder und ältere Menschen wurden schwer krank oder starben bei der rund 40 Tage langen Überfahrt nach New York oder New Orleans. Mit den Segelschiffen waren sie sogar bis zu zehn Wochen unterwegs.

Leben im Kaiserreich (1871-1918)
Württemberg war Teil eines Bundesstaates, des "Deutschen Reiches", in dem Preußen die politische Führung hatte. In Württemberg waren in der Zeit des Kaiserreiches einige fortschrittliche Tendenzen zu erkennen: Ab 1874 hatten auch die Abgeordneten das Recht, Gesetze vorzuschlagen. 1876 wurde das Staatsministerium gegründet. 1887 wurden die kirchlichen und die bürgerlichen Gemeinden voneinander getrennt. Eine Verfassungsreform von 1906 brachte den Gemeinden wie Massenbachhausen mehr Selbstverwaltung und dem Staat die Aufsicht über die Volksschulen.

Der Erste Weltkrieg
Mit dem Attentat serbischer Verschwörer auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo am 28. Juni 1914 begann der Erste Weltkrieg (1914 – 1918). Die friedliche Entwicklung Massenbachhausens kam zum Stillstand. Fast alle wehrfähigen Männer wurden eingezogen. Dabei waren sicher auch viele der Männer des Kriegervereins, die 1902 ihre Fahne weihen ließen. Fast alle wehrfähigen Männer zwischen 18 und 45 Jahren, bis zum Jahrgang 1899, nahmen am Krieg teil. Eine große Anzahl meldete sich in der ersten Begeisterung als Kriegsfreiwillige. Im Frühjahr 1915 konnte dem Königlichen Oberamt von Schultheiß Ströbele noch mitgeteilt werden, dass die Kartoffel- und Brotversorgung in Massenbachhausen gesichert sei. Bereits wenige Monate später wurde dies aber anders. Eine unausweichliche Folge des Krieges war die Lebensmittelknappheit, die solche Ausmaße annahm, dass mancher Einwohner der Ruhr oder der Grippe erlag. Kriegsgefangene waren in Massenbachhausen - im Alten Rathaussaal - untergebracht. Sie durften sofort nach Kriegsende die Gemeinde verlassen. Im Dezember 1918 kehrten auch die Krieger aus Massenbachhausen zurück. Sie wurden von der bürgerlichen Gemeinde begrüßt, und zwar mit einem Geldgeschenk und einem Festessen. Eine der schlimmsten Folgen des Ersten Weltkrieges war neben der großen Hungersnot die Inflation. Täglich stiegen die Preise für alle Waren und Konsumgüter. Gegen Ende des Jahres 1923 stiegen die Zahlen auf den Geldscheinen in die Millionen und Milliarden.

Der Zweite Weltkrieg
Und weil der Mensch nach Jahrhunderten der Auseinandersetzung in Europa immer noch nichts gelernt hatte, kam es zum nächsten globalen Desaster. Die deutsche Wirtschaft erlahmte nach der Inflation vollständig. Im Jahre 1931 erreichte die Arbeitslosigkeit ihren Höhepunkt. Die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung wusste einer zu nutzen: Adolf Hitler.  Als der Mann aus Österreich 1933 die Macht ergriff, ahnte keiner, welches Unheil aus dem ganzen Katalog an Versprechungen entwachsen sollte. Pfarrer Alois Müller, Bürgermeister Weber und die Lehrer Heim und Roth hielten in Massenbachhausen dem Druck der Nazis stand. So blieb der Ort ein vom Parteigeschwafel zunächst uneinnehmbares Dorf, deren Bürger sich mehr nach den Lehren der Kirche und des demokratischen Zusammenseins orientierten. Doch auch dieser "Widerstand" verringerte sich im Laufe der Zeit. Pfarrer Müller starb 1937. Er hinterließ einen originellen Sinnesspruch auf seinem Grabstein: "Wenn ich getan, was ich gelehrt, so ist der Himmel mein, wenn ihr getan, was ihr gehört, so kommt ihr auch hinein! " Die Partei aber hatte zu viel Macht: Bald schon wurden Gefolgsleute der NDSAP auf die maßgeblichen Stühle gesetzt,  Gemeinderäte und Gemeindebeamte auf Adolf Hitler vereidigt. Und so wurde es schlimmer und schlimmer. Gemeindeaufträge mussten an parteilich organisierte Handwerker vergeben werden. Bürgermeister und Gemeinderäte wurden angewiesen, nicht mehr geschlossen an Fronleichnamsprozessionen teilzunehmen. Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem von Hitler befohlene Überfall auf Polen Ganz Europa war bald ein Schlachtfeld, die kriegerischen Auseinandersetzungen dehnten sich bald über den ganzen Globus aus.  Die wehrfähigen Männer, auch aus unserer Gemeinde, wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Die damalige Handarbeitslehrerin strickte den Soldaten Socken anlässlich des Weihnachtsfestes. In einem kleinen Geschenkpäckchen wurden im Auftrag der Gemeinde zehn Zigarren beigelegt. Die zu Hause Gebliebenen grüßten die Soldaten an der Front durch Fotografien der heimischen Bevölkerung. Nur selten wurde etwas über die letzten Lebensschicksale der vermissten Massenbachhausener bekannt. Seit August 1939 war auf der Massenbachhausener Gemarkung "Hinter der Klinge" auf einem Feld eine Scheinwerferbatterie in Stellung gegangen, um feindliche Flugzeuge abzuwehren. Es kamen aber keine - bis Anfang Mai 1940. Ein einzelnes Flugzeug hatte die ersten Bomben am Waldrand an der Gemminger Straße abgeworfen. Zwei große Bombentrichter waren zu sehen. Am 4. Dezember 1944 wurde Heilbronn in einem vernichtenden Fliegerangriff von Bombenteppichen in Schutt und Asche gelegt. Unzählige Tote. Zehntausende wurden obdachlos. Überall in der näheren und weiteren Umgebung wurden die Ausgebombten einquartiert, auch in Massenbachhausen. Auch einige französische und russische Gefangene waren während dieser Zeit im Ort untergebracht. Dann kamen die Befreier und bereiteten dem Nationalsozialismus auch im Ort ein Ende: Gegen Mittag, am 4. April 1945, flog ein Feldaufklärungsflugzeug über das Dorf. Kurz darauf schlängelten sich die amerikanischen Panzerkolonnen mit ihren Begleitfahrzeugen, Jeeps und Lastwagen in endloser Kolonne durchs Dorf Richtung Massenbach. Die im ,,Adlersaal " untergebrachten französischen Kriegsgefangenen, die schon seit 1940 bei den hiesigen Bauern arbeiteten, jubelten. Auch sie waren wieder freie Menschen und wurden in den nächsten Tagen zu ihren Dörfern nach Frankreich gebracht. In den Nachkriegsjahren wurde das Geld immer wertloser, so dass man kaum noch etwas dafür kaufen konnte. Am 20. Juni 1948 kam die Währungsreform. Viele verloren nach der Inflation von 1923 zum zweiten Mal ihre Ersparnisse.

Ostflüchtlinge, Neubürger und Ausgewiesene
Der Krieg hatte wie immer seine Schicksale auch für die nicht an der Schlacht Beteiligten. So zogen viele Menschen aus dem Osten Europas in den Westen, vertrieben von ihren Höfen, Häusern und anderen Besitztümern. Am 1. Januar 1947 bestand die Bevölkerung von Massenbachhausen aus 1150 Personen, der ansässigen Bevölkerung. Zu diesen kamen 36 Flüchtlinge aus dem Gebiet östlich von Oder und Neisse sowie 150 Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei und Ungarn. Der Landkreis Heilbronn hatte 20.000 Heimatvertriebene aufzunehmen. In Massenbachhausen wurden 1946 auf Kosten der Gemeinde Wohnungen für Flüchtlinge hergerichtet. 1948 genehmigte der Gemeinderat den Einbau von Wohnungen in der Turnhalle.

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Historische Gebäude

Die Zehntscheuer
Massenbachhausener Bauern mussten in früheren Zeiten, wie andernorts auch, den zehnten Teil ihres Ertrages etwa aus Roggen, Dinkel, Hafer, Sommer-  und Wintergerste der Obrigkeit abliefern. Aus diesem Grund baute der Graf von Neipperg im 18. Jahrhundert an der Gartenstraße die Zehntscheuer. Dort wurde der gräfliche Anteil aus dem Ertrag der Bauern gelagert. In Deutschland hatte der der Zehnte noch bis ins 19. Jahrhundert Bestand. Seit Mitte der 1980er Jahre stand die Scheuer – mittlerweile im Besitz der Kommune – leer. 1995 erstellte der Gärtringer Städteplaner Ulrich Collmer für das Gebiet eine Grobanalyse. Darin schlug er vor,  die Scheune umzubauen und der Bevölkerung als Stätte für Kleinkunst zur Verfügung zu stellen. Umgesetzt werden konnten seine Pläne für das große Haus aus Sandstein mit hölzernem Fachwerk bislang nicht. Es fehlte schlicht das Geld. Aber: Im August 2006 wurde im Rahmen eines Workcamps für internationale Gäste das Dach neu eingedeckt. 16 junge Leute aus zehn Nationen verlegten neue Querlatten, tauschten Ziegel aus. Vor einigen Jahren haben schließlich die Aktiven des Musikvereins die Zehntscheune für sich entdeckt und das ehemalige Waldfest im Berwanger Forst einfach in die alte Scheune verlegt. Weil es auf dem alten Boden allerdings Stolperfallen gab, sanierten die Musiker 2017 den Boden.

Das Eishäusle
Die Massenbachhausener waren erfinderisch: Robert Baumgärtner, Metzger der Gaststätte „Adler", hatte jeden Sommer dasselbe Problem: Wohin mit Fleisch und Wurst, wenn das Quecksilber im Thermometer in die Höhe kletterte? Um seiner Kundschaft frische Ware anbieten zu können, baute er im Kirchhäuser Weg, nahe der Kirche, ein Eishäusle. Die Mauern bildeten zwei Schichten Backsteine, die mit Torf zur Kältedämmung ausgefüllt wurden. Doch erst die 80 mal 20 Zentimeter großen Eisblöcke, die in Wannen gelegt wurden, machten das Eishäusle zum Kühlraum. In den 50er Jahren wurde das Eishäusle abgerissen.

Jüdische Synagoge und Geburtsstätte von Bruder Firminus
In der Gartenstraße 3 steht ein altes, kleines Haus mit einer großen Geschichte. Es ist eines von drei Denkmälern in Massenbachhausen. Dort kam am 19. Januar 1876 Josef Wickenhäuser zur Welt, der Ende 1998 vom Papst zum verehrungswürdigen Bruder Firminus gesprochen wurde. Und dort beten viele Jahre zuvor Menschen jüdischen Glaubens, die hier von 1736 bis 1872  eine Synagoge und eine Judenschule unterhielten. Mitte der 2000er-Jahre gab das Gebäude ein jämmerliches Bild ab: „Betreten verboten – Einsturzgefahr.“ In der Ära des damaligen Bürgermeister Christoph Schulz wurde die Sanierung angepackt. Die erste Kostenschätzung belief sich auf 150 000 Euro. Die Kommune rechnete mit einem Landeszuschuss von 60 Prozent. Den Rest wollte Massenbachhausen über Eigenarbeit und Spenden bewältigen. 35 000 Euro fehlten jedoch noch. Der Unternehmer Horst Baumgärtner krempelte mit  Freunden, Vereinskollegen und örtlichen Handwerkern die Ärmel hoch und machte das Unmögliche in 4000 ehrenamtlichen Stunden möglich. Das Dachgeschoss beherbergt zwei Doppelzimmer, die bei der Kommune gebucht werden können. Im Erdgeschoss finden standesamtliche Trauungen statt. Auch ein kleiner Andachtsraum wurde eingerichtet.

Das Gemeindebackhaus wurde 1842 gebaut
Brot backen - das war in den früheren Zeiten eine der wichtigsten Arbeiten im Ort. So baute die Gemeinde 1842 auf der Fläche des heutigen Backhausplatzes - gleich neben dem damaligen Rathaus - ein Gemeindebackhaus. Im Gemeindearchiv sind die Brotpreise vom 25. Mai 1878 notiert. Demnach kostete beispielsweise ein zwei Kilogramm schweres Bauernbrot 54 Pfennige. Ein Jahr später verlangte der Bäcker bereits 56 Pfennige. Das Gemeindebackhaus in Massenbachhausen hatte im Erdgeschoss zwei Backöfen, die Backküche und die Backstube. Im Obergeschoss waren eine Wohnstube, eine Schlafstube und eine Küche - die Wohnung für den Gemeindebäcker. Im Jahre 1903 wurde das Gemeindebackhaus vergrößert.  1926 wurde ein neuer Dampfbackofen angeschafft. 1955 wurde im Massenbachhausener Gemeinderat beschlossen, das Backhaus zu verkaufen.

Das Armenhaus
An der Ecke Rathausstraße/Heilbronner Straße klafft heute eine Lücke. Hier stand bis Ende der 60er Jahre das Armenhaus. Bedürftige Familien, Flüchtlinge oder Vertriebene, die kein Dach über dem Kopf hatten, kamen hier unter. Das Gebäude war regelmäßig bewohnt. Anfang der 50er Jahre beherbergte es zwei Familien. Eine Toilette gab es nicht. Im Gemeindearchiv von Massenbachhausen ist zu diesem Thema niedergeschrieben, dass es Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts eine Armenstiftung in Höhe von 1000 Gulden gab.

Das Schafhaus in der Gemminger Straße
Bereits 1602 ist von einem "Gmeind Schafhaus vorm Thor" die Rede. In der Gemeinde hatte es also eine jahrhundertealte Gemeinschafts-Zuchtanlage gegeben, die am Ortsrand von Massenbachhausen in Richtung Gemmingen angesiedelt war. Hier betrieben die Massenbachhausener an einer zentralen Stelle im Ort gemeinsam die Schafzucht mit dem Ziel, Fleisch und Wolle für Nahrung und Kleidung zu bekommen. Untergebracht waren darin eine Scheune für die Lagerung von Futter, zum Beispiel Heu und Stroh, sowie die Stallung. Über 300 Jahre, so schätzt man, hatte das historische Gebäude an der Massenbachhausener Einfahrt gestanden. 1963 wurde das baufällige Gebäude abgerissen.

Die Alte Ziegelei - Fabrikation bereits ab 1655
Ziegel und Steine aus Massenbachhausener Lehm? Kein Problem. Bereits im 17. Jahrhundert verstanden es die Massenbachhausener, Ziegel aus örtlichem Boden zu brennen. Das Holz als Baumaterial wurde unverhältnismäßig teuer. Auch wurde ein Verbot von Strohdächern durchgesetzt, was die Arbeit in der Ziegelei sicherte. Aus Niederschriften der neipperg'schen Archivverwaltung geht hervor, dass 1655 im Ort eine Ziegelhütte erbaut worden ist. Der Ziegler hatte damals eine Produktion von 6000 Ziegeln und  2000 gebackenen Steinen.  Ziegelhütten schossen in dieser Zeit überall aus dem Boden. Die Massenbachhausener Ziegelei überdauerte rund zwei Jahrhunderte.

Im Leintal wurden die Tabakblätter gewickelt – die Zigarrenfabrik
Bernhard Hochherr, in zweiter Ehe verheiratet mit der Tochter des letzten jüdischen Lehrers in Massenbachhausen, eröffnete 1898 in Massenbachhausen eine Zigarrenfabrik. 1937 lag der Umsatz bei stolzen 2,4 Millionen Reichsmark. Das entspricht 9,8 Millionen Euro. Während der Zeit des Nationalsozialismus verlor Hochherr aber alles. Er starb am 22. August 1942 als 71-Jähriger im Konzentrationslager Theresienstadt. Das Gebäude in der Sinsheimer Straße 18 diente in den vergangenen Jahrzehnten als Kindergarten und als Jugendhaus.

Altes Handwerf im Dorf

Discounter, Baumärkte, Online-Handel - wer macht sich heutzutage noch Gedanken darüber, wie Produkte hergestellt werden und welche Berufe dahinterstehen? Die meisten Waren stammen aus industrieller Produktion. Handwerklichen Leistungen begegnet man immer seltener. Sie werden immer dann greifbar, wenn wir beim Bäcker oder Metzger einkaufen, Handwerker suchen, das Auto in die Werkstatt bringen. Oder über einen historischen Markt bummeln, wo altes Handwerk zur Schau gestellt wird. Doch wer hat heutzutage mit einem Küfer, einem Wagner, dem Schmied, dem Korbmacher oder gar einem Seiler zu tun? Das Handwerk als älteste Form der gewerblichen Tätigkeit erlebte seinen Höhepunkt im Mittelalter. Zum Warenabsatz trugen früher die Wochen- und Jahrmärkte bei. In der Reichsstadt Bad Wimpfen gab es zahlreiche Wochenmärkte, die auch die Handwerker aus Massenbachhausen zum Verkauf ihrer Waren nutzten: zum Beispiel den Ross-,  den Frucht-, den Kübel- und Salzmarkt oder einen der fünf Jahrmärkte.

Wandergewerbe Ende des 19. Jahrhunderts
Dass auch schon früher viel über die Massenbachhausener Dorfgrenze hinaus verkauft wurde, ist aus den vom 1. Juli 1883 erstellten Wandergewerbescheinen ersichtlich: 24 Händler hatten einen dieser Scheine in Besitz. Es wurde mit Seilerwaren gehandelt, mit Bürstenmacher- und Korbwaren, mit Därmen, Borsten und Haaren, Schuhmacher- oder Siebmacherwaren und mit Vieh, Fleisch und Häuten. Ein Massenbachhausener betrieb eine Schießbude und handelte zudem mit Wollwaren. Ein anderer aus dem Ort besaß ein Karussell, das er auf Märkte schickte. Dort handelte er zudem mit Produkten aus Wolle. Andere handelten Bierhefe, Eier und Butter. 1932 gab es 16 Gewerbetreibende im Ort, darunter Gemischtwarenhändler,  Metzger, Bäcker, Friseure und immerhin sieben Schuhmachermeister.

Vier Schmieden
Aufgrund des damals noch großen Pferdebestandes war der Hufbeschlag eine der Hauptarbeiten des Schmiedes. Zu seinen weiteren Aufgaben gehörte das Dengeln der Sensen, das Aufziehen von Eisenreifen auf die Wagenräder sowie das Herstellen und Reparieren von aus Eisen gemachten landwirtschaftlichen Geräten, wie Eggen, Pflügen oder Ketten. Vier Schmieden gab es früher in Massenbachhausen, eine davon in der Fürfelder Straße, neben der Friedhofstreppe. Hier wurde das Handwerk bis 1945 betrieben. Eine der Schmieden war bis 1967 in der Kronengasse/Gartenstraße in Betrieb.

Das Handwerk des Wagners
Zur Arbeit des Wagners gehörte der ganze Aufbau eines Wagens, einschließlich Langbaum und Deichsel, wobei der Bau der Achsen und Räder besondere Anforderungen an das handwerkliche Können des Wagners stellte. Neben dem Wagenbau wurden landwirtschaftliche Geräte, wie Schubkarren und Schlitten, Leitern, Besenstiele, Holzrechen sowie Stiele für Feldwerkzeuge hergestellt. Auch Stuhlschreiner gab es früher in unserem Ort. Bis 1960 wurden noch Gestelle für Polstermöbel von Hand angefertigte. Die Werkstatt war in der Fürfelder Straße.

Der Bürstenbinder
Aus den Gewerbescheinen von 1883 ersieht man, dass es damals fünf Bürstenmacher im Ort gab.  Alle fünf beantragten damals einen Wandergewerbeschein, damit sie ihre Produkte, die zu Hause angefertigt wurden, im gesamten Umkreis anbieten konnten. Es wurden alle Arten von Bürsten und Besen hergestellt, zum Beispiel Fassbürsten und Schrubber, Kleiderbürsten, Schuhbürsten und Handfeger aus Rosshaar und Kokos sowie Straßenbesen jeglicher Art.

Das Küferhandwerk
Der Küfer ist wie der Wagner mit Holz in Verbindung zu bringen. Während der Kübler alle Arten von Holzgefäßen anfertigte, wie etwa Fässer, Bottiche, Butten, Zuber und Kübel, ist der Küfer für die Herstellung von Wein und Most zuständig. Die Hauptarbeit war der Bau der Fässer. Die Fässer bestanden aus einzelnen schienenartigen Holzstücken, den Dauben, die der Länge nach aneinandergesetzt und durch eiserne Reifen zusammengehalten wurden.

Bis zu sieben Schuhmacher im Ort
Im Ort gab es in den besten Zeiten sogar sieben Schuhmacher, die von ihrer Arbeit leben konnten. Es waren Schuh- und Pantoffelmacher, die überwiegend Bauernstiefel, Militärschuhe und Reitstiefel anfertigten. Die Mechanisierung hielt rasch Einzug in Form von Nähmaschinen, mit der das Zusammennähen der Lederteile erheblich schneller ging.

Das Schneiderhandwerk
Die Schneider zählten früher, ähnlich den Schuhmachern, meist zu den weniger wohlhabenden Handwerkern. Das Schneiderhandwerk war einer der wenigen Berufe, in dem schon im Mittelalter Frauen arbeiteten. In Massenbachhausen gab es beachtlich viele Schneider. Allein zwölf Namen sind bekannt, die diesem Beruf nachgingen.

Das Seilerhandwerk
Zu den ältesten Gewerben zählt das Seilerhandwerk. In der Seilerei wurde überwiegend Hanf verarbeitet. Der Seiler fertigte aus großen Büscheln von Pflanzenfasern Seile. So entstanden Garbenbänder, Kälberstricke oder

Massenbachhausen unter Strom

Auch die Wasserversorgung wurde ausgebaut
Nach dem „Jahrhundert des Dampfes" begann das „Jahrhundert der Elektrizität". Im Mai 1910 beschlossen Gemeinderat und Bürgerausschuss, dem Königlichen Oberamt Brackenheim einen Antrag auf Anschluss an die Stromversorgung zu stellen. Ab 1911 wurde Massenbachhausen von den Neckarwerken mit Strom versorgt. Neben der Stromversorgung wurde in den Gemeinden auch die Wasserversorgung ausgebaut. Bei einer Gemeindevisitation im Juni 1905 wurde angeregt, eine zentrale Wasserversorgung mit Hauswasserleitungen und Hydranten zu erstellen. Dies sei auch aus feuerpolizeilichen Gründen wünschenswert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand die Wasserversorgung der Gemeinde Massenbachhausens aus einer in den Jahren 1879/80 gebauten Quellwasserleitung mit fünf laufenden und sechs Pumpbrunnen. Im November 1927 wurde gemeinsam mit dem Nachbarort Massenbach ein gemeinsamer Wasserverband gegründet. Schon 1928 liefen die Arbeiten an der zentralen Wasserversorgung auf Hochtouren.

Der Ruf des Nachtwächters

Aufgaben von Dorfschütz und Feldschütz
Über die Massenbachhausener Gemarkung wachte der Feldschütz. Er sollte Diebstahl auf den Feldern verhindern. Der Feldschütz brachte jeden zur Anzeige, der sich unbefugt auf fremde Felder begab. Im Dorf selbst hatte er für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Daher kontrollierte er die durchziehenden Händler und Bettler und überwachte die Einhaltung der Sperrstunde in den Wirtschaften. Feld- und Dorfschütz gleichermaßen waren auch die Nachtwächter, die bei Nacht für die Sicherheit im Dorf zuständig waren. Neben ihrer Wachtätigkeit mussten sie die Stunden ausrufen und bei Ausbruch eines Feuers Alarm geben.

Der Ruf des Nachtwächters

21:00 Uhr
Hört, ihr Leut', und lasst euch sagen,
uns're Glock‘ hat neun geschlagen.
Neun undankbar blieben sind,
flieh dem Undank Menschenkind.
Gebt auf Feuer und Licht wohl acht,
Gott behüt' uns diese Nacht.

22:00 Uhr
Hört, ihr Leut', und lasst euch sagen,
uns're Glock‘ hat zehn geschlagen.
Zehn Gerechte fand man nicht,
dort bei Sodoms Strafgericht.

23:00 Uhr
Hört, ihr Leut', und lasst euch sagen,
uns're Glock‘ hat elf geschlagen.
Nur elf Jünger blieben treu,
gib, Herr, dass kein Abfall sei.

24:00 Uhr
Hört, ihr Leut', und lasst euch sagen,
uns're Glock‘ hat zwölf geschlagen.
Zwölf Tor hat die Gottesstadt,
wohl dem, der den Zugang hat.

01:00 Uhr
Hört, ihr Leut', und lasst euch sagen,
uns're Glock‘ hat eins geschlagen.
Eins ist not, Herr Jesu Christ,
lass‘ dich finden, wo du bist.

02:00 Uhr
Hört, ihr Leut', und lasst euch sagen,
uns're Glock‘ hat zwei geschlagen.
Zwei Weg hat der Mensch vor sich,
Herr, den rechten führe mich.

03:00 Uhr
Hört, ihr Leut', und lasst euch sagen,
uns're Glock hat drei geschlagen.
Drei Personen ehren wir,
in der Gottheit für und für.

04:00 Uhr
Hört, ihr Leut', und lasst euch sagen,
uns're Glock‘ hat vier geschlagen.
Vierfach ist das Ackerfeld,
Mensch, wie ist dein Herz bestellt.

05:00 Uhr
Hört, ihr Leut', und lasst euch sagen,
uns're Glock‘ hat fünf geschlagen.
Die fünf Wunden bringen euch,
wenn ihr glaubt, ins Himmelreich.
Auf, ermuntert eure Sinnen,
denn es weicht die Nacht von hinnen.